Das total verrückte Callcenter

Ein Telefonspiel mit dem Theaterspielplatz

Herzlich Willkommen. Ihr Anruf ist uns wichtig. Wie können wir Ihnen heute helfen?

Ein Callcenter, das sind viele freundliche Stimmen, die uns helfen und beraten wollen. Ein Anruf genügt und schon sind unser Problem gelöst. Oder etwa nicht? Bei diesem Telefonspiel geht so einiges drunter und drüber. Aber keine Sorge, viele Wege führen nach Rom und mit ein bisschen Geschick werden auch Sie geholfen.

Wir sind 24h für Sie erreichbar unter der Nummer: 

0341 – 98 99 03 00*

Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Hinweis:

*Ein Anruf kostet die normale Festnetz-Gebühr entsprechend Ihres Vertrages. Wenn Sie eine Festnetz-Flatrate haben, ist der Anruf kostenfrei.


Dauer: ca. 10 Minuten

mit: Deliah, Dharma, Eloise, Klara, Neva, Ruby, Sophie

Leitung: Roland Bedrich

Im Theaterspielplatz treffen sich Kinder zwischen 6 und 9 Jahren. Einmal in der Woche wird zusammen gespielt und getobt. Offen und fröhlich und ohne den Druck einer Aufführung am Ende. Meist entsteht dennoch ein kleines “Projekt”.

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Follow the rabbit

Eine multimediale Stadtverfolgungsjagd

Wir machen die Stadt zum Wunderland und ihr seid mittendrin. Gemeinsam mit dem weißen Kaninchen erkunden wir den Leipziger Westen bei einem multimedialen Audiowalk. Hier erzählt der Kiez Geschichten. Die die Stadt wird zur Bühne und ihre Bewohner*innen zu Figuren im Lauf um die Zeit. Die Welt fühlt sich heute mehr denn je wie ein Wunderland an. Die Zeit hat kurz stillgestanden. Bei uns allen. Auf den Straßen und in den Häusern – doch dann taucht plötzlich ein Kaninchen auf, das es ziemlich eilig hat. Der Puls der Stadt ist zurück und wir jagen dem kleinen Nagetierchen hinterher. Auf dem Weg durch Lindenau begegnen wir sonderbaren Wesen, sprechenden Tieren, Menschenkindern und großen Leuten, die auch mal ihre Meinung sagen durften. Ob wir das Rätsel um die Zeit lüften können, hört und seht selbst.

Im Rahmen dieses Projekts planten und gestalteten zwölf Kinder von 8 bis 13 Jahren ihr eigenes theatral-digitales Projekt im Stadtraum. So entstand ein audiovisueller Spaziergang mit Installationen im öffentlichen Raum. Auf ihrer Reise sammelten die Kinder Schätze der Straße und schenkten ihnen als Kostüme und Requisiten neues Leben.

MIT:

Hannah Lena, Tamara Mari, Sofia, Josia, Zoe Stella, Alma, Louis, Jakob, Emil, Rosa, Jannis und Pablo

VON:

Marlen Riedel (Theaterpädagogin und
Regisseurin Audiowalks) und Viktoria Scholz (Bildende Künstlerin)   

Termine:
Fr, 26.6. ab 16 Uhr bis So, 28.6. bis 19 Uhr (darüber hinaus in Planung)

So funktioniert’s:

Vorbereitung:

Für den Audiowalk benötigst du folgende Sachen:

  • ein Smartphone pro Person
  • eigene Kopfhörer
  • Download der kostenlosen guidemate-App und dort “Follow the Rabbit” öffnen
  • zusätzlich QR-Code-Scanner auf dem Handy, damit könnt ihr unterwegs weitere Videos online abrufen. (Hierfür braucht ihr mobiles Datenvolumen.)

Loslegen:

Der Hörspaziergang ist in diesem Zeitfenster jederzeit möglich.

  • Zum Startpunkt gehen: am KrimZkrams in der Georg-Schwarz-Str. 7
  • APP Guidemate öffnen und den “Follow the rabbit” in Leipzig öffnen, die APP führt euch durch den Audiowalk
  • Ende: Theater der Jungen Welt Leipzig
  • Dauer: ca. 1h

Geeignet für Menschen ab 8 Jahren in Begleitung Erwachsenen.
Für eure Sicherheit seid ihr selbst im Straßenverkehr verantwortlich.

Hier kannst du die Audiodateien zusätzlich auch herunterladen (bei Verwendung der APP nicht notwendig):

Musik: 

  • Dee Yan-Key  “children” aus dem Album “facts of life“
  • Ai Yamamoto “walking in depreston promo shorter“ aus dem Album “walking in depreston“
  • Stewart Miller, Natalia Kamia, and other invisible entities „collage“, “3 miniatures“ und “noiase improv anfd piyuaneo – nr. kamghiyeu afnd asteqwasrt“ aus dem Album “We jammed on our little green aircraft“

Dank an: 

Nicolas Femerling, Fanny Kirst, Rafael Klitzing, Zoes Papa und „Handstandundmoral“ (Laden in der Merseburger Straße)

FÖRDERER UND KOOPERATION

Das Projekt „Follow the rabbit“ findet am Theater der Jungen Welt in Kooperation mit Tüpfelhausen e.V. und KunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e.V. statt. Es wird gefördert durch Wege ins Theater, dem Projekt der ASSITEJ im Rahmen des Förderprogramms “Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

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In der Ruhe liegt (keine) Kraft

Ein Videoprojekt von und gegen Langeweile mit dem Wilden Club

Ich muss jetzt kreativ sein, aber dabei verfalle ich gerade so schön der Langenweile.


Frei nach dem Motto: „Huch so viel Freizeit … Und nun?“ präsentiert der Wilde Club mehrere Kurzfilme, die sich um ungeküsste Musen, die Suche nach dem Sinn und den ganz normalen (komprimierten) Wahnsinn drehen.

Der Wilde Club ist ein Experiment seit Beginn der Spielzeit 2019/2020. Es gibt keine Clubleitung, die Teilnehmenden können und müssen sich selbst Inhalte, Formen und eine Arbeitsstruktur geben. Sie werden dabei begleitet, sind in ihren Entscheidungen aber völlig frei. Im Januar 2020 entstand unter Federführung des Wilden Clubs ein Clubabend unter dem Titel: Warum schreien wir nicht?

Premiere:

Sa, 27. Juni, 19:00 Uhr in unserem Livestream

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selbstgefunden.com

Ein Hörstück in vier Episoden mit dem Ü18-Club

Irrwege im Märchenwald?

Pubertät, Quarterlife Crisis, Midlife Crisis… Gibt es überhaupt ein Lebensalter, in dem man keine Krise hat? Selbst Märchenfiguren sind nicht davor sicher.

Gehen Sie jetzt auf die Suche nach sich selbst! Finden Sie heraus, wer Sie wirklich sind.

Hören Sie unser episodisches Hörstück am Samstag und Sonntag auf juwi-festival.live und begeben Sie sich auf die spannendste Reise Ihres Lebens – Ihre Selbstfindung!

Nach einer Idee des Ü18 Clubs des Theaters der Jungen Welt.

Sie hören Texte und Stimmen von

Marlon Bischoff, Andrea Breusing, Carla Dietrich, Anna-Luisa Grünig, Nadja H., Sophia Link, Robert Pluntke,  Mo Röhler, Clara Scheer, Felix Schönheit, Julia Zacharias.

Leitung:

Stephanie Sonntag

Premiere:

Teil 1 & 2: Samstag, 19 Uhr in unserem Livestream

Teil 3 & 4: Sonntag, 18 Uhr in unserem Livestream

Kommentare:

LUNALAND – Teil 2

DAS HÖRSPIEL mit dem Studiclub

Im ersten Teil der Geschichte waren sie unterwegs in der Stadt auf der Suche nach materiellen und idealen Schätzen, nach Spaß, nach Menschen, nach Neuem. In einer illegalen Kneipe trafen sie aufeinander und entschieden sich gemeinsam ins Lunaland, den verlassenen Vergnügungspark, zu gehen. Nun stehen sie hier zwischen Erinnerungen und Verfall. Ist es ein Abschied oder ein Aufbruch? Auf jeden Fall eine Nacht voller Entscheidungen und kurioser Vergnügen.
Eine Geschichte über Lebensentwürfe, erste Ernüchterungen und über die Frage wie viel man bereit ist für seinen Traum, seine Idee vom Leben, zu tun.

Nachdem absehbar war dass der zweite Teil von LUNALAND nicht so wie sonst probiert und gespielt werden kann, entstand die Idee des Hörspiels.
Geprobt wurde über Videokonferenzen. Über einige Entfernungen hinweg und trotz mancher technischen Probleme wuchs dabei ein fast ganz normales Probengefühl.
Die Aufnahmen entstanden an den verschiedensten Orten: in WG-Küchen, ehemaligen Kinderzimmern, in Parks und Höfen und brachten so vielfältige Stadtatmosphären mit in unsere Geschichte von „einer Stadt die nicht Leipzig ist. Die nicht Berlin ist. Die nicht Hamburg oder Wien ist. Aber ähnlich. Eine große Stadt eben“.

Es sprechen:

Julia Andreä-Schmidt, Lukas Bayer, Tabea Becher, Clara Behr, Lauren-Bastin Breuninger, Celina Brost, Carl Dissmann, Cathleen Gruhle, Anna-Amira Hussein, Dominic Jentzsch, Philine K., Tony Kruschinski, Johanna N., Christian Parsche, Lena Sophie Richter, Hannes Schmidt, Johannes, Lydia Stahl, Johanna Stopp, Arp Studemund, Josua Weidel

Text und Spielleitung:

Julia Tausend

Postproduction:

Veit Kirsch

Premiere:

Sa, 27.6.2020, 20:30 Uhr in unserem Festival-Livestream

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Berries of the Valley

“Sie ist eine Blume, mit dem Wunsch zu blühen. Mit Mut, Selbstbewusstsein, Liebe und Stärke kann sie ihre Blüten entfalten und der Welt ihre innere Schönheit präsentieren.”

Elisabeth

Gedanken über Feminismus, Frauenrechte und Freiheit mit dem Tanztheaterclub (Videopräsentation).

Der Tanztheaterclub ist seit dieser Spielzeit neu im Programm der Jungen Wildnis.

mit:

Celina S., Elisabeth V., Franka W., Freya S., Hanna D., Luna M., Sarah S., Sydney R.

Leitung:

Vasiliki Bara

Premiere:

Sa, 27.6.2020, 19 Uhr in unserem Festival-Livestream

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Wer hat den Stein ins Rollen gebracht?

Ein Kurzfilm des Jugendclubs II

„Ein kleiner Kieselstein, den hat noch nie eine Menschenseele interessiert, denn davon gibt es einfach viel zu Viele. Zu viele, um sie zu beachten, zu viele, um darüber nachzudenken.“ Und dennoch: hast du einen Stein im Schuh, kann dieser – sei er auch noch so klein – ziemlich störend sein.
Inspiriert durch aktuelle Geschehnisse und auf Basis von selbstgeschriebenen Texten, erarbeitete der Jugendclub II in digitalen Proben ein Video-Konzept, welches in einem Kurzfilm gemündet ist. Die Texte selbst werden nur bruchstückhaft im Video zu hören sein, aber alle schriftlichen Arbeiten der Spieler*innen sind auf dieser Seite nachzulesen.

Leitung: Veronique Nivelle, Martin Lorenz

Premiere:

So, 28.6.2020, 18 Uhr in unserem Festival-Livestream

Coronatexte mit Swag

Stella:

Von weit weg hört man ein Brüllen, ein Stein kullert uns entgegen. Der Stein scheint friedlich zu sein, er rollt und rollt, doch kommt einige Meter vor uns zum Stehen. Ein kleiner Kieselstein, den hat noch nie eine Menschenseele interessiert, denn davon gibt es einfach viel zu viele. Zu viele, um sie zu beachten, zu viele um darüber nachzudenken.

Die Frage woher der Stein kommt, stellt sich keiner, denn es ist nur ein Stein. Und weit weg da gibt es vielleicht ein paar größere Steine und vielleicht gibt es noch weiter weg einen ganzen Steinhaufen und irgendwo da draußen, weit weg von uns, da gibt es ein Geröll. Vielleicht kommt es sogar näher und immer weiter auf uns zu, doch was kümmert uns das, denn vor unseren Haustüren da sehen wir kein Geröll, da sehen wir nur ein paar Kieselsteine, die zu unscheinbar sind, um beachtet zu werden.

Irgendwo hören wir, dass das Geröll immer näher kommt und den ein oder anderen fröstelt es und der ein oder andere stellt ein paar Vermutungen auf, doch der Großteil, die Masse, schaut auf den Boden und dort sehen wir eben nur ein paar Kieselsteine. Vor unseren Haustüren, vor den Türen unserer Stadt, da ist nichts zu sehen. Und wenn wir auf dem Boden, der sich direkt vor uns ausbreitet, nichts sehen, dann kann dort auch nichts sein.

Unsere Stadt steht, irgendwo da draußen ein Geröll, das näher kommt, vermutlich näher kommt. Doch noch lange nicht nahe genug, um zu handeln. Noch lange nicht nahe genug, um zu planen. Noch lange nicht nahe genug, um umzudenken.

Denn solange unsere Stadt steht, müssen wir nichts befürchten und solange wir es nicht mit unseren eigenen Augen sehen, müssen wir es auch nicht glauben.

Unsere Stadt steht, ein paar Städte entfernt ein Geröll und einige warnen und schreien. Doch es ist nicht hier bei uns, also wieso sollen wir handeln, planen, umdenken.

Wir strengen uns an, die Augen nur nicht vom Boden vor der eigenen Haustür zu lösen, sondern den Blick auf den Boden vor der Haustür heften. Schau dich nicht um. Starr auf den Boden vor deiner Haustür.

Denn unsere Stadt steht, irgendwo ein paar Meter entfernt ein Geröll, Rufe, Warnungen. Doch unsere Stadt steht.

Wir starren auf den Boden vor unserer Haustür und ein paar Haustüren weiter, da ließe sich ein Schrei wahrnehmen. Und langsam, ganz langsam wird er lauter und schriller und es werden nach und nach immer mehr. Und unsere Blicke sind auf den Boden vor uns geheftet, doch ein Wind kommt auf. Die Steine vor unseren Haustüren werden größer und größer und auch direkt vor unseren Füßen, da sehen wir nun das Geröll und wir fangen an zu rennen und zu schreien und zu warnen und die Schreie werden lauter, schriller und immer mehr.

Wir stehen nicht mehr vor der Haustür und starren auf den Boden. Solange das Geröll unsere Stadt verwüstet, gibt es keinen Weg mehr nach draußen und wir hoffen und beten das Geröll ziehe vorbei.

Und doch sitzen wir in unseren Häusern und fragen uns: wie konnte es so weit kommen? Denn das kam doch alles so unerwartet und alles was wir sahen, waren ein paar Kieselsteine vor der Haustür.

Unerwartet, unvorstellbar.

Und von weit weg hört man ein Brüllen…


Jakob:

Draußen regnet es.

Ich sitze rum und fokussier die Fliege vor mir, die seit 10 Minuten versucht aus dem Zimmer zu entkommen, indem sie ihren kleinen Kopf gewaltsam gegen die Scheibe rammt. “Bringt nichts, glaub mir, hab ich auch schon versucht.”

Stattdessen lege ich mich auf meinen Teppich, um die Decke anzustarren. Neben „Tatenlos meinen Mathe-Hefter in der Hand halten“  und „30 minuten lang die gleichen 2 Akkorde auf der Gitarre spielen“ war das noch der Punkt, der mir auf meiner heutigen To-Do-Liste gefehlt hat, weswegen ich mich zufrieden zurücklehne, um mit meinem Blick der hässlichen Raufasertapete zu folgen.

Meine Konzentration richtet sich auf die winzigen Strukturen, die formlosen Linien, dreckig-weißes Relief, Tapete gewordenes Chaos. Die Erhebungen formen Berge, Städte, Königreiche. Ich sehe Gesichter und Landschaften, einen Magier, der Drachen bekämpft, Tempel die zerfallen, einen Dschungel, der vertrocknet, ich sehe einen Wanderer mit Falken, eine Wüste aus Salz, einen Baum ohne Wurzeln. Aus dem Wasserloch wachsen Metallstreben, aus dem naheliegenden Bach ein Handelsweg. Staaten entstehen und bekriegen, rächen und versöhnen sich, Gesellschaften werden reicher und übermütiger. Babylon ist kein Wort, Babylon wird ein System. Aus der Tiefebene strecken sich die Hochhäuser, Machtgehabe einer Welt, die seit dem ersten Tag seine Minderwertigkeitskomplexe ignoriert. Ich beobachte den Sündenfall einer Zivilisation, die so satt ist, dass sie sich selbst verdaut. Der Virus ist kein Angriff, der Virus ist eine Reaktion. Bröckelnd stürzt das zusammen, was ihr für normal gehalten habt, eine Welt versinkt und alle schauen zu. Babylon ist kein Wort, Babylon ist ein Urteil. Meine Decke kracht unter der Last einer schreienden Menschheit, das Chaos meiner Tapete nur Projektionsfläche eurer Wahrheit. Lüge, Gerechtigkeit, Sinn – alles Konstrukte kleiner Gipshügel. Asche zu Asche, Staub zu Staub. Babylon ist kein Wort, Babylon ist unvermeidlich.

Zurück bleibt nur ein Wanderer in einer Wüste aus Salz und ein Junge, der auf seinem Zimmerboden liegt, während er langsam ausatmet.

Die Wassertropfen am Fenster sind beruhigend.

Ich sollte mal rausgehen.


Emilia:

Interessant und erbärmlich zugleich, wie man – wenn gerade alles & man selbst nicht so läuft, nicht mehr wissend wie und wohin überhaupt – wie man dann jede zufällige Unwichtigkeit als eine Metapher auf das sich verkorkst anfühlende, eigene Leben sieht: 

Den einen besonderen Bleistift, den man im Chaos auf dem Schreibtisch minutenlang nicht findet, obwohl er gerade noch da war. Den Abwaschschwamm, der, statt am Beckenrand liegen zu bleiben, zurück ins Spülbecken fällt. Den Kaffee, den man – in der Hoffnung, ihn als Allzweckwaffe gegen die dauerhafte Müdigkeit einsetzen zu können – zu stark aufgegossen und dann so lange verdünnt hat, bis er lauwarm und schließlich kalt ist, wenn man ihn trinkt. 

Ich schreibe To-Do-Lists, 

um sie dann nicht abzuhaken

lediglich, um sie resigniert in den Müll zu tragen.

Augenblicke 

Mit Euphorie im Herzen aus der Haustür geschritten, in die so vermisste Welt da draußen. Im Wald spazieren gewesen, anderthalb Stunden oder so. Das Licht in den Bäumen, als würde die Sonne den Frühling und seine grünenden Blätter taufen. Wunderschön. Den schiefen Gehweg entlang, das Kopfsteinpflaster unter den Füßen gespürt. So fühlt sich Leben an. Die Füße tun weh. So fühlt sich Sommer an. Die Menschen, die Straßen sehen wie Sommer aus. Glück. Gerannt, in die Sonne gesprungen, innegehalten, an der Magnolie gerochen. Berauschend. Und dann: das bekannte Geräusch des Schlüssels im Schloss der Haustür, das vertraut kühlende Treppenhaus. Dankbarkeit.


Stella W.:

Ich sitze hier, schaue abwechselnd in das Nichts in meinem Zimmer, dann wieder auf mein Handy. Nichts passiert, nichts bewegt sich. Keine Nachrichten, was soll ich dann mit dem Handy? Das heißt wohl wieder: Zeit für mich alleine. Was könnte ich machen?

Schule? Es fehlt die Motivation. Etwas backen oder kochen? Die Zutaten fehlen, ich müsste also nochmal einkaufen, dafür fehlt mir auch die Motivation. Etwas zeichnen vielleicht? Es fehlt die Inspiration. Dann wird es wohl doch wieder ein Fluss voller Gedanken. 

Meine Gedanken…will ich sie überhaupt denken? Zu spät, um sich dagegen zu entscheiden, denn bereits beginnen sie ihren ewigen Kreislauf in meinem  Kopf. Sie bilden sich und steigen aus ihren Poren hervor. Langsam quälen sie sich aus den dunklen Ecken meines Hirns und schweben dann schlussendlichen in dessen unendliche Weiten. Es kommen mehr und mehr, sie stoßen aneinander, verbinden sich, trennen sich wieder und drängen sich mit anderen aneinander. Am Ende verschwinden sie wieder, doch was bringt das? Wenn ein Gedanke verschwindet, so kommen zugleich sechs weitere wieder neu hervor.

 Mein Kopf wird überfüllt von ihnen, alles dreht sich im Kreis, meine Umwelt verschwindet in der Dunkelheit, die mich nun umgibt. In meinen Gedanken sind auch Menschen. Menschen, die ich nicht sehen kann. Menschen, die mir nahe sind. Doch wie sehen sie aus? Ihre Gesichter sind verzerrt, meine Erinnerung verblasst. Wer sind diese Leute? Sie sind in meinem Leben, das weiß ich. Sie sind mir wichtig, das weiß ich auch. Ich will zu ihnen, doch kein Erfolg, je mehr ich mich nach ihnen strecke, desto weiter entfernen sie sich. Ich kann nicht, ich darf sie nicht erreichen, so wie in der realen Welt zurzeit…

Doch ich will, also stürme ich weiter in das Gewirr meiner Gedanken. Ich trete in die Schlingen und werde von meinen Beinen gerissen. Ich stehe auf, mühsam, aber ich muss weiter. Jeder Schritt bringt mehr und mehr Gedanken hervor, sie greifen nach mir, wollen mich hier festhalten. Doch langsam, ganz langsam, sehe ich, wer ich bin, meine Gedanken zeigen es mir. Ich lasse mich von ihnen ergreifen, einschließen. Sie bilden einen Kokon um mich herum, für meine Entwicklung zu mir selbst. Ich lasse mich darauf ein, ich kann es spüren, ich lerne, ich komme meinem Ziel des Kampfes näher, und die verzerrten Gesichter von Menschen, die mir wohl wichtig sind führten mich hierher. Ihnen habe ich es zu verdanken. Gleich ist es soweit, jeden Moment. Ich kann es schon spüren, gleich, gleich…

Mein Handy gibt ein klingendes Geräusch von sich. Ich habe eine Nachricht bekommen. Diese Nachricht brachte mich aus meinem ewigen Gedanken. Heraus aus meiner Selbstfindung. 

Es soll mir wohl nicht leicht gemacht werden. Ich schaue auf die Uhr, keine Stunde ist vergangen, war es dann überhaupt wirklich? Ich antworte auf die Nachricht, und vergesse alles was gerade geschehen ist. Es war nur ein Gedankenfluss, wie jeder andere.

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Schlüsselkind – das kleine Grusel

Ein Hörspaziergang mit dem Kidsclub

Meine Mutter gab mir nen Schlüssel als ich acht war. Achte, achte! Sie sagte: geh gerade aus, dann links, dann rechts. Dann runter, rüber Kopf hoch und Augen immer auf.

Ein Kind allein im Wald. Verlaufen. Verloren? Eigentlich sollte es nicht die Abkürzung nehmen. Aber das Kind – nennen wir es Greta oder Hans – hat keinen Bock immer auf Mutti zu hören und geht seinen eigenen Weg. Wer hat denn schon Angst vor dem tiefen dunklen Wald?! Was war das? Der Wind, der Wind das himmlische Kind. Und plötzlich findet es einen Bonbon – und noch einen – wo führt diese Weg wohl hin…?

Mit:

Neela, Leila, Zeliha, Ahmed, Louise, Ella, Emma, Lucia, Skadi, Lotta und Lilly

Konzept, Idee, Umsetzung:

Magdalena Preissler und Caroline Mährlein

Musik

von Scott Buckley mit den Titeln „The Call“ und „Soar“

HINWEISE:

Der Kidsclub des TdJW entwickelte seinen Grusel-Hörspaziergang durch das Leutzscher Holz. Pro Durchgang maximal 6 Personen.

Es werden eigene Abspielgeräte (Smartphone oder MP3-Player) und Kopfhörer benötigt. Weitere Informationen zu Ort und Zeit erfolgen mit der Anmeldung.

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